26. November 2021

Zusammenfassung zum 3. TherapieGipfel

Am 12. November 2021 fand der dritte TherapieGipfel – veranstaltet vom Spitzenverband der Heilmittelverbände E.V. (SHV– digital von 13:00 – 15:00 Uhr statt. In dieser zweistündigen Veranstaltung, welche von Martin von Berswordt-Wallrabe moderiert wurde, wurden Fragen aus den Berufsgruppen direkt von den Podiumsdiskutant:innen beantwortet. 

Zu dem Podiumsdiskutat:innen zählten: 

  • Prof. Dr. Annette Irene Probst (Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit an der HAWK) 
  • Franz Knieps (Vorstand BKK Dachverband e.V.) 
  • Ute Repschläger (Vorsitzende des IFK e.V. + Stv. Vorsitzende SHV e.V.) 
  • Andrea Rädlein (Vorsitzende PHYSIO-DEUTSCHLAND + Stv. Vorsitzende SHV e.V.) 
  • Hans Ortmann (Bundesvorsitzender VPT + Stv. Vorsitzender SHV e.V.) 
  • Andreas Pfeiffer (Vorsitzender DVE + Vorsitzender SHV e.V.) 

Die angekündigten Diskussionsthemen: 

  • Therapeutische Potenziale durch mehr Autonomie und interprofessionelle Zusammenarbeit in der Behandlung erhöhen 
  • Wirtschaftliche Praxisführung und angemessene Gehälter ermöglichen und damit die therapeutische Versorgung sicherstellen 
  • Digitalisierung und weiteren Abbau der Bürokratie etablieren, um Verwaltungszeit zu reduzieren und Behandlungsqualität zu steigern 
  • Modernisierung der Berufsgesetze und damit Anpassung an die Versorgungsbedarfe 

Die Veranstaltung wurde eröffnet mit einer Videobotschaft des Bundesministers für Gesundheit Jens Spahn. Hauptthemen waren die Auswirkungen durch die Corona-Pandemie, den dadurch verstärkten Fokus auf die Digitalisierung innerhalb der Branche und den Umsetzungen in der Vergangenheit.  

Ein weiterer Fokus in seiner Ansprache, aber auch immer wieder als zentraler Punkt in der gesamten Veranstaltung erkennbar: die Modernisierung der Gesundheitsfachberufe. Hier müsse noch einiges passieren, um die Attraktivität der Berufsbilder zu steigern und dem Fachkräftemangel dadurch entgegenzuwirken. Ansätze, die hierfür immer wieder genannt wurden, sind die Zusammensetzung guter Rahmenbedingungen, eine angemessene Vergütung und Weiterbildungsmöglichkeiten. 

Forderungen an die Politik

Um nicht nur die Podiumsdiskutant:innen zu Wort kommen zu lassen, wurden vorab einige Praxisinhaber:innen und –angestellte interviewt und ein Zusammenschnitt dieser Forderungen an die Politik eröffnete die Diskussion. Die angesprochenen Themen hierbei waren u.a. die interprofessionelle Zusammenarbeit, die Digitalisierung und der Anschluss an die Telematikinfrastruktur, Praxisführung und die wirtschaftlich relevanten Aspekte hierzu sowie die Modernisierung der Ausbildung in den Gesundheitsberufen in Form von Einführung einer Akademisierung. 

Die Podiumsdiskutant:innen auf Verbandsseite waren sich einig über die Missstände innerhalb der Branche und so verwies z.B. auch Vorsitzende des IFK e.V. Ute Repschläger darauf, dass für sie die Steigerung der Berufsattraktivität an erster Stelle stehe. Hier war erkennbar, dass dies auch für weitere Diskutant:innen galt und die Forderungen an die Politik allgegenwertig sind und eine schnelle Umsetzung zielführend sei. Ein Indiz hierfür ist auch der (inter-)nationale Vergleich bezogen auf das Ausbildungsniveau bzw. der Akademisierung – hier fungiert Deutschland aktuell als Schlusslicht. 

Ressourcen fehlen

Auch die noch fehlende interdisziplinäre Zusammenarbeit (die auch wir von Praxis-Profi in einigen Interviews diskutiert haben) wurde in den Vordergrund gestellt und die Vorteile dahinter für Therapeuten- als auch Patientenseite mehrfach genannt. Für die Umsetzung fehlen aber aktuell die zeitlichen und finanziellen Ressourcen. Hier müsse umgedacht werden. 

Weitere Themen, die angesprochen wurden: 

  • E-Rezept Heilmittel Pflicht ab 1. Juli 2026 
  • MTA-Reformgesetz 
  • Konsultationsverfahren Berufe in der Physiotherapie 
  • Blankoverordnung: Aktuelles Thema im Ausbau 
  • Verzögerung des Zugangs zur Telematikinfrastruktur 
  • Entlass-Management 

Fazit

Wenn man den 3. TherapieGipfel abschließend zusammenfassen möchte, steht ganz klar im Fokus, dass viel Mut und Tatendrang zu einer Veränderung dazugehören und diese auch benötigt werden. Hier scheitert es weniger auf der Therapeutenseite, als an den politischen Entscheidungsträgern. Das Hauptthema, um den Beruf weiterhin zu stärken und voranzutreiben und die bestmögliche Versorgung von Patient:innen zu garantieren, ist die Attraktivitätssteigerung der Gesundheitsberufe für den Nachwuchs als auch für die bestehenden Berufsgruppenangehörigen. Wie man auch der veröffentlichten Zusammenfassung entnehmen kann, wird “der SHV (…) die Gespräche mit der Politik und den Entscheidungsträgern intensiv fortsetzen und damit die Forderungen der Therapeut:innen in die Politik tragen.” 

Wir von Praxis-Profi werden dies natürlich weiterhin für dich verfolgen und dich in unserem Newsticker auf dem Laufenden halten. 

Warst du beim 3. TherapieGipfel 2021 digital dabei? Wie hast du diesen erlebt? Schreibe uns gerne deine Meinung in einem Kommentar. 


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