6. Oktober 2021

Instagram und Co. als Tools für deine Praxis – Der Social Media-Guide für Therapeut:innen

Mittlerweile sind fast 50 % der Menschen in den sozialen Netzwerken aktiv.  
Das kannst und solltest du auch für deine Praxis nutzen, um dich von der Konkurrenz abzuheben und neue Patient:innen sowie Bewerber:innen auf dich aufmerksam zu machen.  
Welche Schritte du bei der Erstellung eines Social Media Accounts beachten solltest, zeigt dir 
Praxis-Profi hier.

Einführung

Dass du Social Media nutzen solltest, steht außer Frage. Über die Hälfte der Menschen ist bereits in den verschiedensten Sozialen Netzwerken vertreten und die Zahl wächst stetig weiter. Da die sozialen Netzwerke im Alltag unserer Gesellschaft mittlerweile jedoch eine sehr präsente Rolle einnehmen, werden sie als wirksames Instrument  im Marketing gesehen. Durch die Nutzung der sozialen Netzwerke kannst du deine Praxis auf das nächste digitale Level heben und auf diesem Weg noch einmal mehr Menschen erreichen – und dafür brauchst du keine großen Vorkenntnisse. Dennoch gibt es einige Dinge, die du bei dabei beachten solltest. 

Was ist mein Social Media Ziel?

Damit du deinen Social Media Account jedoch bestmöglich aufbauen kannst, ist es zuerst einmal wichtig, dass du dir im allerersten Schritt überlegst, was du überhaupt damit erreichen möchtest. Die Antwort auf diese Frage kann unterschiedlich ausfallen. Möchtest du eher dafür sorgen, dass dein Bekanntheitsgrad wächst und viele Leute auf dich aufmerksam werden, deine Seite mehr „Gefällt mir-Angaben und Abonnent:innen bekommt, oder willst du eher neue Patient:innen gewinnen? Vielleicht ist es dir aber auch wichtig, dass du als potentielle:r Arbeitgeber:in gut dastehst und möglichst viele, potenzielle Bewerber:innen erreichst oder du hast das Ziel, mit deinem Account dein Image zu verbessern. Egal, was dein Ziel ist  du solltest es vorher festlegen. Denn darauf baut dein Content, also der Inhalt, den du veröffentlichst, auf.  Bei der Festlegung deiner Ziele solltest du einige Dinge beachten. Hier ist es sinnvoll, sich an der SMART-Formel zu orientieren. Die SMART-Formel gibt es in verschiedenen Ausführungen und soll dabei helfen, dein Ziel zu erreichen.  
Und auch bei der Erreichung deiner Ziele auf Social Media kann dir das weiterhelfen.

Spezifisch

Dein Ziel sollte möglichst genau und leicht verständlich formuliert sein 

Messbar

Bestimme die Messgrößen, an denen du Endeffekt deinen Fortschritt sehen kannst. Das können qualitative Kriterien sein wie beispielsweise die Verbesserung einer Leistung oder qualitative Kriterien wie die Steigerung des Umsatzes durch das Abrechnen von Verordnungen.  

Attraktiv

Deine Ziele sollten so gestaltet sein, dass es dich und auch dein Team motiviert, ihr es als sinnvoll seht und dahintersteht. 

Realistisch

Think Big ist oft die DeviseWenn Ziele jedoch im Vorfeld bereits unrealistisch sind und nicht zu erreichen, ist es demotivierendÜberlege dir also, was du mit den Ressourcen, die dir zur Verfügung stehen, erreichen kannst.  

Terminiert

Setze dir einen festen Termin, an dem du das Ziel erreicht haben möchtestSo kannst du es besser kontrollieren und nachvollziehen.

Zielgruppe festlegen und Wettbewerber überprüfen

Nachdem du deine Ziele für Social Media festgelegt hast, ist es wichtig, dir zu überlegen, wen du damit ansprechen und erreichen möchtest. Das sollte im Vorfeld festgelegt sein, weil du anhand dessen auch die Kanäle wählst, auf denen sich die Zielgruppe aufhält. Fang am besten ganz vorne an und frage dich im ersten Schritt: Möchte ich eher FrauenMänner oder beide Geschlechter ansprechen und wie alt sind sie im Durchschnitt? Vielleicht möchtest du auch nur eine bestimmte Berufsgruppe erreichen. So kannst du deine Inhalte besser ausrichten.  
Was neben der Festlegung deiner Zielgruppe wichtig ist, sind deine Wettbewerber. Finde heraus, wer die Wettbewerber sind und in welchen Netzwerken sie vertreten sind. Schaue dir die Accounts und deren Abonnent:innen an und finde so noch mehr über deine Zielgruppe heraus. Du hast durch diese Analyse einen weiteren, entscheidenden Vorteil: Du kannst sehen, welche Inhalte deines Wettbewerbers gut bei der Zielgruppe ankamen, und welche nicht. So kannst du dich schon mal mit den Inhalten auseinandersetzen.  

Kanäle bestimmen  

Da du jetzt deine Zielgruppe und deine eigenen Ziele kennst, ist es an der Zeit dich zu entscheiden, in welchen sozialen Netzwerken du agieren willst. Leider gibt es für die Auswahl deiner Kanäle keine Formel oder Wunderlösung. Hier musst du selbst an die Recherche. Melde dich am besten in den verschiedenen Netzwerken an und finde heraus, wo sich deine Zielgruppe aufhält. Wenn du deine Zielgruppe gefunden hast, solltest du dich auf diese Kanäle konzentrieren. Du musst dich auch nicht sofort auf allen Kanälen anmelden. Für den Anfang reicht es, mit einem Kanal zu starten und dann nach und nach vielleicht noch andere zu nutzen. Das ist abhängig davon, wie viel Zeit du investieren möchtest. Wenn du dich auf mehreren Kanälen anmeldest, solltest du jedoch auch darauf achten, nicht auf allen Kanälen dieselben Inhalte zu veröffentlichen, denn das kann für die Abonnent:innen, die dir auf mehreren Kanälen schnell langweilig und eintönig werden. Um das zu verhindern, kann es eine gute Möglichkeit seindie Inhalte miteinander zu verbinden. Die Inhalte können so aufeinander aufbauen und unterstützend wirken. Du kannst sie dann untereinander zu verlinken, damit deine Zielgruppe dich in allen Netzwerken abonniert. 

Inhalte festlegen 

Social Media wird von den meisten Leuten genutzt, um auf dem Laufenden zu bleiben, sich zu informieren aber auch, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Um deine Zielgruppe optimal zu erreichen, solltest du als allererstes dafür sorgen, dass deine Inhalte abwechslungsreich sind und die Leute dadurch einen Mehrwert bekommen. Natürlich möchtest du deinen Social Media Account zum Bewerben eines bestimmten Produktes oder einer Leistung nutzen oder vielleicht willst du dich auch einfach als Arbeitgeber attraktiv machen. Ganz wichtig ist hierbei jedoch  stelle die Werbung hinten an! Die Leute sollen eher aufgrund deiner Inhalte dabeibleibenDenn das ist im Endeffekt das, was die Leute dazu bringt, mit dir zu interagieren. Als Faustformel gilt hierbei die 80/20 Regel80% der Inhalte sollten die Zielgruppe informieren, Mehrwert bieten oder sie auch einfach unterhalten, während die restlichen 20% genutzt werden können, um bestimmte Leistungen zu bewerben oder andere Werbung zu machen 

Planung 

Social Media wird für dich als Praxisinhaber:in vermutlich nicht dein Hauptjob werden. Du hast viel um die Ohren und gar nicht so viel Zeit. Überlege dir am besten im Vorfeld, was genau du eigentlich brauchst, um die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken aufrecht zu erhalten.  

Wie viel Zeit bist du bereit zu investieren, oder brauchst du vielleicht Personal, dass diese Aufgaben erledigen kann? Social Media soll sich für dich als Praxisinhaber:in nicht als Zwang oder als Aufgabe entpuppen, auf die du eigentlich gar keine Lust hast, denn es kann eine wirklich gute Chance sein, es für deine Praxis zu nutzen. Neben der Zeit, die du einplanen solltest, ist aber auch wichtig, dass du mit Budget planst. Im Grunde kannst du die meisten sozialen Netzwerke kostenlos nutzen. Aber du hast die Möglichkeit, auch Werbeanzeigen zu schalten - die kosten dann natürlich auch ein bisschen Geld, bringen dir aber ebenfalls mehr Aufmerksamkeit. 

Durchführung 

Du hast nun genug geplant und analysiert. Nun geht es an die Umsetzung. Social Media ist ein Marathon - kein Sprint. Es ist nicht damit getan, dass du ein Bild veröffentlichst oder eine Instagram Story drehst und das war es dann. Damit deine Fans und Follower auch bei dir bleiben, ist es wichtig, dass du ihnen regelmäßig Content bietest. Regelmäßig kann hier aber auch unterschiedlich ausfallen. Auch hier gibt es keine Wunderlösung. Je nach KanalPraxis und Zielen, die du dir gesetzt hast, kann die Häufigkeit deiner Posts von 3 pro Tag bis zu einem pro Woche variieren. Du solltest deine Abonnent:innen auf keinen Fall überfordern und sie mit unnötigen Posts zuschütten. Hier geht immer Qualität vor Quantität, denn es soll auch etwas vermittelt werden. Ein weiterer Punkt der Durchführung ist die Interaktion mit der Community. Antworte auf Fragen und Kommentare und gehe vor allem auch höflich auf negatives Feedback ein, denn daran kannst du festmachen, wo noch Optimierungsbedarf herrscht. Falls die Kommentare oder das Feedback nicht konstruktiv sein sollten, sondern einfach respektlos und beleidigend, kannst du diese verbergen oder höflich darauf eingehen. 

Zahlen im Blick behalten 

Kannst du dich noch an deine Zielsetzung aus dem ersten Schritt erinnern? Aufgrund deiner Formulierung eines SMARTEN Ziels ist es relativ einfach nachzuvollziehen, ob du dein Ziel auch erreicht hast. Wie viele neue Abonnent:innenGefällt Mir-Angaben oder Termine hast du dazu bekommen? Du hast in vielen Netzwerken als Nutzer:in die Möglichkeit, verschiedenste Zahlen zu sehen. Beispielsweise kannst du so ausmachen, zu welcher Uhrzeit die meisten Leute deine Posts sehen oder wie viele Abonnent:innen du durch einen bestimmten Beitrag gewonnen hastSo hast du ständig die Möglichkeit, diese Zahlen zu nutzen und deine Inhalte daran auszurichten und weiterhin zu wachsen. Du solltest aber nicht nur deine Zahlen im Blick behalten, sondern auch die deiner Wettbewerber:innen und mögliche Trends der BrancheBleib dir jedoch selber treu und bleibe authentisch. Du musst nicht jeden Trend mitmachen. Wenn du diese Tipps beachtest, sollte deinem erfolgreichen Social Media Auftritt nichts mehr im Weg stehen.  


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