28. Oktober 2021

Podologie: Die Ausbildung im Überblick

Du überlegst eine Ausbildung zu absolvieren und interessierst dich für den Heilmittelbereich Podologie? Wir von Praxis-Profi haben uns angeschaut, welche Voraussetzungen du für eine Podologie Ausbildung brauchst, wie die Ausbildung strukturiert ist, welche Alternativen es zu einer Ausbildung gibt und vieles mehr. 

Gastbeitrag von Lena Janßen

Allgemeine Informationen 

Als Podolog:in gehört es zu deinen Aufgaben gesunde Füße zu pflegen und präventive Maßnahmen vorzunehmen sowie Fußerkrankungen zu therapieren. In diesem Beruf dreht sich alles um die medizinische Behandlung von Füßen. Dazu zählt unter anderem auch die Anwendung von Spezialtechniken bei der Behandlung von Haut- und Nagelerkrankungen und bei der Verbesserung des Gangbildes.  
 
Zudem bist du als Podolog:in dazu befähigt, die Ursachen für Schmerzen am Fuß zu beheben, zum Beispiel durch die Anfertigung entsprechender Hilfsmittel wie Orthesen oder Orthonyxiespangen, um eine operative Nagelkorrektur zu verhindern.  
 
Podolog:innen arbeiten in podologischen Praxen, Abteilungen von Rehabilitationskliniken und Krankenhäusern oder in Einrichtungen des Gesundheitswesens mit einem angeschlossenen podologischen Angebot, zum Beispiel in Physiotherapiepraxen oder diabetischen Fußambulanzen. 
 
Die Ausbildung zum:zur Podolog:in ist einheitlich über ein Gesetz geregelt, dem Podologengesetz (PodG). Um die Podologie Ausbildung absolvieren zu können, sind die Voraussetzungen ein Realschulabschluss, das Abitur oder ein Hauptschulabschluss in Kombination mit einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung (Mindestdauer von zwei Jahren). Du lernst während der Ausbildung an einer staatlich oder privat anerkannten Berufsschule und in einem Betrieb. 
 
Hier findest du Berufsschulen bundesweit, die eine Podologie Ausbildung anbieten: https://www.verband-deutscher-podologen.de/schulen-podologie/  

Weitere Infos zu einer Ausbildung im Heilmittelbereich findest du hier

In unserer Kategorie Ausbildung, Studium und Weiterbildung findest du weiterführende Informationen zu allen Heilmittelbereichen. Einfach durchstöbern!

Struktur der Podologie Ausbildung

Während du die Schulbank drückst, stehen vor allem die Fächer Biologie, Chemie und Physik auf deinem Stundenplan. Dort wird dir Basiswissen über Krankheitsbilder und die dahinterstehenden chemischen und physikalischen Vorgänge vermittelt. Eine Vertiefung dieses Wissens findet dann in den Fächern Anatomie, Hygiene, Krankheitslehre, Mikrobiologie und Physiologie statt. Als Auszubildende:r lernst du alle wichtigen Erkrankungen am Fuß kennen, wie zum Beispiel Pilzerkrankungen oder Verhornungen, aber auch körperliche Erkrankungen, die auf den Fuß übergehen können, wie unter anderem Diabetes.  
 
Sobald die praktische Ausbildung im Betrieb beginnt, bekommst du die Möglichkeit die Füße von Patient:innen zu untersuchen, gegebenenfalls Veränderungen zu erkennen und Behandlungsoptionen zu entwickeln und durchzuführen.  
 
Aber auch die Prävention von Fußbeschwerden kommt im Verlauf der Podologie Ausbildung nicht zu kurz: Als Auszubildende:r lernst du alles rund um die lebenslange Gesundheit der Füße. Dazu gehören unter anderem Massagen, Bäder und die Elektrotherapie. 
 
Die Ausbildung zum:zur Podolog:in dauert in Vollzeit zwei Jahre und wird mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen. Laut dem PodG ist die Berufsbezeichnung allerdings erlaubnispflichtig. So darf der Titel der:des Podolog:in erst geführt werden, wenn die Ausbildung erfolgreich beendet wurde, eine gesundheitliche Eignung vorliegt und du deine Zuverlässigkeit unter Beweis stellen konntest.  

Alternative Ausbildungsmöglichkeiten

  1. 1
    Podologie Ausbildung in Teilzeit:
    Neben der Absolvierung in Vollzeit, hast du auch die Möglichkeit deine Ausbildung in einer Teilzeit-Variante zu bestreiten. Eine Ausbildung in Teilzeit dauert maximal vier Jahre. Durch das Teilzeitmodell kannst du die Podologie Ausbildung an deine Lebenssituation anpassen und zum Beispiel auch berufsbegleitend teilnehmen.
  2. 2
    Podologie-Assistent:in:
     Als Assistent:in einer Podologie-Praxis unterstützt du bei Terminierungen, Instrumentenaufbereitung und Abrechnungen.  
  3. 3
    Eine Umschulung:
    Wenn du in deinem bisherigen Beruf keine Perspektive mehr siehst, dann würde sich eine Umschulung zur Podolog:in anbieten, denn der Beruf hat gute Zukunftsaussichten und eignet sich durchaus für einen erfolgreichen Neuanfang. Wenn du eine Umschulung anstrebst, dann kannst du dich hier informieren: https://ratgeber-umschulung.de/gesundheit/podologe/ 
  4. 4
    Studium/Fernstudium:
    Die Steinbeis-Hochschule in Berlin bietet ein Studium der Podologie während oder nach der Ausbildung an (https://www.ikt-studium.de/podologiehm.html). Des Weiteren ist die Podologie Ausbildung als ein Fernstudium möglich. Informationen zu einem Fernstudium findest du hier: https://www.fernstudiumheilpaedagogik.de/podologie/.

Kosten und Gehalt während der Ausbildung

Bei der Podologie Ausbildung handelt es sich um eine schulische Ausbildung, weswegen du als angehende:r Podolog:in nicht entlohnt wirst. An einigen Berufsschulen könnten sogar Kosten für die Ausbildung auf dich zukommen (Anmeldegebühr, Schulgeld oder Prüfungsgebühren). In manchen Bundesländern werden diese Kosten vom Land übernommen, dazu zählen Nordrhein-Westfalen und Hessen. Am besten informierst du dich im Voraus, ob die Kosten in deinem Bundesland übernommen werden oder nicht. Weitere Kosten können durch die Anschaffung von Schulmaterial entstehen, wie zum Beispiel Lehrbücher.  
 
Du hast zudem die Option, dich durch die Beantragung von BAföG finanziell zu entlasten. Dies ist durch Paragraf 2 des Bundesausbildungsförderungsprogramm möglich. Auch eine Kooperation mit einer podologischen Praxis ist möglich, die ihre Ausbildung nicht nur fördert, sondern auch die Bezahlung übernimmt. 
 
Über weitere Fördermöglichkeiten kannst du dich hier https://www.kaiserswerther-diakonie.de/en/about-kaiserswerther-diakonie/bildung-erziehung-uk/bildung-erziehung/foerdermoeglichkeiten.html#c14832 informieren.  
 
Das Durchschnittsgehalt ausgebildeter Podolog:innen liegt im Angestelltenverhältnis bei zirka 2.500 Euro brutto. Wenn du nach deiner Ausbildung eine eigene Praxis eröffnen möchtest, dann kannst du auch mehr verdienen. 

Tipps für Interessierte

Wenn du eine Ausbildung im Fachbereich Podologie anstrebst, dann solltest du zuallererst keine Scheu vor fremden Füßen haben. Außerdem solltest du nicht bange vor Blut oder krankhaften Veränderungen der Haut und der Nägel sein.  
 
Wenn du dich für eine Podologie Ausbildung entscheidest, dann ist es ein Vorteil, wenn du gerne mit Menschen zusammenarbeitest, kontaktfreudig und empathisch bist. Auch Merkmale wie Geschicklichkeit, Beobachtungsgenauigkeit und Sorgfalt sind maßgebend. Diese Eigenschaften spielen eine wichtige Rolle im direkten Kontakt mit Patient:innen und bei der Hygiene von Arbeitsinstrumenten- und räumen.  
 
Wenn diese Kennzeichen auf dich zutreffen und dich die Inhalte der Podologie Ausbildung ansprechen, dann steht deiner Berufsvision nichts mehr im Wege. 

Über die Autorin

Lena Janßen ist freie Journalistin und hat bereits für SPIEGEL und andere etablierte Medien geschrieben. In ihren Artikeln widmet sie sich vorwiegend gesellschaftlichen Themen und der Aufklärung zum Thema mentale Gesundheit.


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