1. Februar 2021

Neue Heilmittel-Richtlinie – was sich in 2021 alles ändert

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Nachdem der ursprüngliche Termin zur Änderung der neuen Heilmittel-Richtlinien, zum 01.10.2020 nicht umgesetzt werden konnte, traten die Neuerungen nun ab dem 01.01.2021 in Kraft. Was hat sich für die Heilmittelerbringer verändert und was muss bei den neuen Richtlinien beachtet werden? Diese und andere Fragen werden im folgenden Blogartikel beantwortet.

Dein Leitfaden zur neuen Heilmittelverordnung

In unserer Info-Broschüre erfährst du, welche Änderungen für dich wichtig sind und wie du in 10 Sekunden prüfen kannst, ob deine Verordnungen vom Arzt korrekt ausgestellt wurden.

Diese Fragen zur Heilmittel-Richtlinie klären wir:

Was ist die Heilmittelrichtlinie und was ist eine Heilmittelverordnung? 

Die Heilmittelrichtlinie wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossen und dient der Regelung von Verordnungen für Heilmittel. Die Richtlinie ist sowohl für die Krankenkassen, die Vertragsärzte und Vertragsärztinnen als auch die Heilmittelbringer und die Versicherten verbindlich.  
Die Verordnungen sorgen dafür, dass Ärzte Heilmittel verschreiben können. Zuden Heilmitteln gehören Behandlungen in den Bereichen 
Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Podologie sowie die Ernährungstherapie.  
Eine Verordnung von einem Vertragsarzt oder einer Vertragsärztin 
muss, um von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen zu werden, zwingend vollständig und korrekt ausgefüllt sein. 

Um zukünftig eine Vereinfachung und Entbürokratisierung der Verordnungen zu gewährleisten, hat der GKV-Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen) in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eine neue Verordnung vereinbart.

Heilmittel-Richtlinie

Eine Verordnung muss zwingend korrekt ausgefüllt sein, ansonsten ist die Kosten-Übernahme der Krankenkasse nicht garantiert

Was gibt es für Änderungen bei der neuen Heilmittelverordnung? 

Bisher gab es für die einzelnen Heilmittelerbringer drei verschiedene Heilmittelverordnungen, die vom jeweiligen Vertragsarzt oder der Vertragsärztin ausgefüllt werden mussten:  

Muster 13

Physikalische Therapie und Podologische Therapie

Muster 14  

Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie

Muster 18

Ergotherapie und Ernährungstherapie

Seit dem 01.01.2021 gibt es jedoch nur noch ein Formular: ein neues Muster 13.  

Die Zusammenlegung der einzelnen Muster ist für Ärzte sowie die Heilmittelerbringer ein großer Schritt zur Vereinfachung und der bereits erwähnten Entbürokratisierung. Durch eine Orientierung am typischen Arbeitsablauf und den Prozessen in einer Praxis, soll die neue Verordnung einfacher auszufüllen sein.

Durch klare Vorgaben wurde nun die komplizierte Regelfallsystematik abgelöst und auch der Heilmittelkatalog wird durch die Zusammenfassung von Diagnosegruppen überschaubarer.  

Heilmittelverordnung 13

Die Änderungen der Heilmittelverordnung im Überblick:  

1

Änderung der Musterverordnung

Das neue Muster 13 ist eine Zentralisierung der   vorherigen Muster 13,14 und 18 

In Anlehnung an Prozesse und typische Arbeitsabläufe einer Praxis

2

Optionen der Verordnung 

Längere Gültigkeit der Verordnungen (28 statt 14 Tage) außer bei dringlichem Behandlungsbedarf 

Verordnung von bis zu drei vorrangigen und einem ergänzenden Heilmittel möglich 

Erst und Folgeverordnungsowie Verordnungen außerhalb des Regelfalls entfallen und werden durch einfache und unkomplizierte Vorgaben abgelöst 

Orientierende Behandlungsmenge tritt anstelle der maximalen Gesamtverordnungsmenge in Kraft – diese bezieht sich auf den Verordnungsfall 

3

Heilmittelkatalog

Übersichtlichkeit durch eine Zusammenfassung von Diagnosegruppen Heilmittel sind nicht mehr Indikations- und Leitsymptomatikbezogen (Podologen ausgenommen)

Keine Unterscheidung zwischen kurz-, mittel- oder langfristigem Behandlungsbedarf  

Mehr Freiraum & Flexibilität für Heilmittelerbringer

Neben der Zentralisierung der verschiedenen Muster auf ein einheitliches Muster, in welchem die Vertragsärzte-, und Ärztinnen die jeweilige Heilmittelverordnung ankreuzen können, haben sie hierbei auch die Möglichkeit, eine ‚Blankoverordnung‘ auszustellen. Bei dieser wird die Verordnung sowie Indikationsstellung nach wie vor vom jeweiligen Arzt ausgestellt, der Heilmittelerbringer kann jedoch über die Dauer sowie die Frequenz der Behandlung entscheiden.  

Dein Leitfaden zur neuen Heilmittelverordnung

In unserer Info-Broschüre erfährst du, welche Änderungen für dich wichtig sind und wie du in 10 Sekunden prüfen kannst, ob deine Verordnungen vom Arzt korrekt ausgestellt wurden.

Des Weiteren haben die Ärzte in der neuen Verordnung die Möglichkeit bis zu drei vorrangige und ein ergänzendes Heilmittel zu verordnen. Dies gibt den Heilmittelerbringern einen wesentlich größeren Freiraum, zu welchem Zeitpunkt sie welche Maßnahme ergreifen, um die Patienten optimal zu unterstützen. Diese Art der Unterstützung kann auch durch die Behandlungsfrequenz gesteuert werden. So können Frequenzen von beispielsweise 1-3x pro Woche festgelegt werden.   

Was sind die Hauptvorteile dieser Änderungen?  

  • Entbürokratisierung
  • Zeitersparnis
  • Flexibilität
  • Praxisoptimierung

Die Vorteile der neuen Heilmittelverordnung sind vielfältig. Im Mittelpunkt steht hierbei die Entbürokratisierung und die Entlastung sowohl bei den Ärztinnen und Ärzten als auch bei den Heilmittelerbbringern.

"Durch den Zusammenschluss von drei verschiedenen Verordnungen und eine Reduktion der Diagnosegruppen im Heilmittelkatalog, sparen sich die Betroffenen viel Zeit, da viele Prozesse so beschleunigt werden können."

Außerdem wird so eine Standardisierung von Verordnungen vorgenommen.  Die Verlängerung der Gültigkeit einer Verordnung, von 14 auf 28 Tage, gibt auf der einen Seite den Patienten die Möglichkeit, einen geeigneten Heilmittelerbringer für ihre Diagnose zu finden, auf der anderen Seite haben die Heilmittelerbringer, dessen Terminkalendern oftmals ausgebucht sind, genügend Zeit, den Patienten zu terminieren und ihm die bestmögliche Behandlung zu bieten.  

Heilmittel-Richtlinie

Die passende Maßnahme für jeden Patienten & eine Optimierung der Behandlungs-Frequenzen

Was müssen Heilmitterbringer bei den neuen Richtlinien beachten? 

Grundsätzlich gilt für alle Heilmitterbringer die Überprüfung der vom Arzt ausgestellten Verordnung.
Sind diese falsch oder fehlerhaft ausgestellt, müssen Krankenkassen die Kosten für die bereits erbrachten Leistungen nicht übernehmen.  
Um dies zu vermeiden, ist eine Überprüfung der Verordnungen zwingend notwendig. Des Weiteren ist eine Überprüfung der Diagnosegruppen im Heilmittelkatalog notwendig, da sich in den Bereichen der Physiotherapie, Logopädie und der Ergotherapie einige Diagnosegruppen geändert haben.

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