28. September 2021

Logopäd:in – Der Ausbildungsberuf im Überblick

Der Beruf des:der Logopäd:in ist ein medizinisch-pflegerischer Beruf. Aber was heißt das eigentlich? Sowohl für die Logopädie Ausbildung als auch den Beruf gibt es gewisse Voraussetzungen. Aber wie genau schauen diese aus und wo ist die Ausbildung zum:zur Logopäd:in dann möglich? Mit Praxis-Profi bereiten wir dich mit Tipps und Tricks auf den Weg zum Beruf des:der Logopäd:in vor.  

Gastbeitrag von Laura Pollmann

Einführung

Studien zeigen: „Bereits jeder vierte Erstklässler zeigt sprachliche Auffälligkeiten.“ Dieser Fakt zeigt, dass Sprach- und Sprechstörungen bereits im jungen Alter vorliegen können. Werden diese Störungen nicht behandelt, so kann es sein, dass eines dieser Kinder später zu den 84 % der Erwachsenen mit Sprachstörungen gehört, bei welchen genau diese der Auslöser für einen Schlaganfall sind. Und genau darin liegt die Aufgabe von Logopäd:innen. Sie unterstützen Patient:innen beim Aufbau der Stimm- und Sprechorgane. Somit werden Sprach-, Sprech- und Schluck-, wie auch Redeflussstörungen behandelt.  

Ausbildungsmöglichkeiten und Studiengänge im Bereich der Logopädie 

Die Logopädie Ausbildung 

Die Grundvoraussetzung für die schulische Ausbildung zum:zur Logopäd:in ist ein mittlerer Schulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung. Mit einem Hauptschulabschluss ist zusätzlich eine zweijährige abgeschlossene Ausbildung notwendig. Deine Chancen können zudem steigen, wenn du gute schulische Leistungen in den Fächern Deutsch, Biologie und Musik vorweisen kannst. Aber auch die gesundheitliche Eignung spielt eine große Rolle. Als angehende:r Logopäd:in werden ein einwandfreier Sprachgebrauch, wie auch die Laut- und Schriftsprache geprüft. Genauso wichtig sind ein gutes Hör- und Sehvermögen. Hast du die Aufnahmeprüfung bestanden, kannst du die Logopädie Ausbildung in Vollzeit an Berufsschulen absolvieren. Dabei hast du die Wahl zwischen staatlichen und privaten Berufsschulen, um am theoretischen Unterricht teilzunehmen. Die praktischen Stunden können in therapeutischen Einrichtungen, wie auch Praxen und Kliniken gemacht werden.  


Das Logopädie Studium 

Möchtest du jedoch ein Studium antreten, stehen dir dabei viele Möglichkeiten offen. Die Logopädie, die Therapiewissenschaft und die Heilpädagogik sind nur Beispiele möglicher Studiengänge. Ein Studium in diesem Bereich kann sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend sein. Eine Schwerpunktlegung ist meist notwendig. Festlegen kannst du dich auf bestimmte Störungsbilder oder eine Zielgruppe. Nach einer Dauer von drei Jahren kannst du den Abschluss Bachelor of Science (B.Sc.) oder Bachelor of Arts (B.A.) vorweisen. Beim Vollzeitstudium musst du jedoch vorher eine Zulassungsprüfung zum:zur staatlich anerkannten Logopäd:in ablegen, um den Bachelor-Titel zu erhalten. Bei einem dualen Studium ist die Logopädie Ausbildung in das Studium integriert. Nach einer abgeschlossenen Examensprüfung zum:zur Logopäd:in folgt nach weiteren Semestern dann der Abschluss mit einem Bachelor-Titel.

Unser Tipp: Informiere dich vorher über individuelle Voraussetzungen und Studienformen von einzelnen Hochschulen und Universitäten. Auch die Studiengebühren sind variabel.

Weitere Infos zu einer Ausbildung im Heilmittelbereich findest du hier

In unserer Kategorie Ausbildung, Studium und Weiterbildung findest du weiterführende Informationen zu allen Heilmittelbereichen. Einfach durchstöbern!

Weiterbildungsmöglichkeiten 

Nach dem Abschluss des Bachelorstudiengangs ist zunächst ein ergänzender Master im gewählten Studienfach möglich. Bei den Masterstudiengängen handelt es sich jedoch immer um berufsbegleitende Studiengänge. Jedoch wird ein Master in dem Bereich der Logopädie eher selten angeboten. Ein Master in Gebärdensprache, Rehabilitationspädagogik oder Sonderpädagogik sind weitere Qualifikationsmöglichkeiten im akademischen Bereich. Ein vorangegangener erster Studienabschluss in einem verwandten Fachgebiet stellt dabei eine Voraussetzung dar. Neben dem Absolvieren eines Masterstudiengangs bietet sich dir noch die kaufmännische Weiterbildungsmöglichkeit zum:zur Fachwirt:in im Sozial- und Gesundheitswesen, wie auch zum:zur Betriebswirt:in für Management im Gesundheitswesen an. Weitere Spezialisierungs- und Fortbildungsmöglichkeiten kannst du im Bereich der Mund-, Ess- und Trinktherapie, wie auch manueller Lymphdrainage absolvieren. 

Struktur und Aufbau der Ausbildung 

Der Ausbildungsberuf zum:zur Logopäd:in besteht aus theoretischen, wie auch praktischen Unterrichtsstunden. Sie umfassen die gleiche Stundenanzahl und ergänzen sich dabei inhaltlich. Auf der einen Seite gibt es die medizinischen und sprachpathologischen Fächer, die die Inhalte des theoretischen Unterrichts abbilden. Dazu gehören unter Anderem die Fächer Anatomie, Audiologie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Du erlangst Wissen über Erkrankungen und ihre Ursachen. Auf der anderen Seite gibt es die sprach- und sozialwissenschaftlichen Fächer, wie Linguistik, Pädagogik und Psychologie. Neben der Theorie durchläufst du während deiner Ausbildung auch zwei Berufspraktika. Absolvieren kannst du diese in Kliniken, Fördereinrichtungen und privaten Logopädiepraxen. Du erlernst den richtigen pädagogischen Umgang mit Patient:innen, die Befunderhebung und die Therapieplanung. Also alles rund um die logopädischen Behandlungsverfahren.  

Am Ende der Ausbildung liegt eine Abschlussprüfung vor dir. Die Abschlussprüfung umfasst fünf schriftliche Prüfungen, eine mündliche Prüfung und einen praktischen Teil. Die schriftlichen Prüfungen werden in den Hauptfächern Logopädie, Phoniatrie, Audiologie, Neurologie und Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde abgehalten. Nach der schriftlichen Prüfung folgt die mündliche Prüfung, welche einzeln oder in Gruppen stattfindet. Im letzten Teil, dem praktischen Teil, sind Anamnese, das Erstellen eines Behandlungsplans und das Vorführen einer Behandlung beinhaltet. Sollte dir die Prüfung beim ersten Versuch nicht gelingen, kannst du die Prüfung noch zweimal wiederholen. 

Logopädie Ausbildung: Viel dreht sich um die Arbeit mit Kindern.

In der Logopädie Ausbildung dreht sich viel um die Arbeit mit Kindern.

Tipps und Tricks für Interessierte 

Die Vorbereitung ist das A und O. Schon während deiner schulischen Laufbahn ist es bei späteren Auswahlverfahren von Vorteil gute Leistungen in Schulfächern, wie Deutsch, Biologie und Musik vorweisen zu können. Natürlich gehören auch gute körperliche Voraussetzungen, wie auch gewisse Charakterstärken zum Beruf des:der Logopäd:in. Wichtige Stärken sind Eigeninitiative und Entscheidungsfreude, wie auch Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein. Im weiteren Verlauf ist es wichtig, dass du dich über deine Ausbildungs- und Studienformen informierst, um deinen Weg zu deinem Traumberuf zu gehen. Halte dir unbedingt die Arbeitsbedingungen vor Augen. Die Pflege und die Betreuung stellen die Grundsteine des Berufes dar. Außerdem kannst du dich grundlegend auf feste Arbeitszeiten, viel Kontakt mit Menschen und Ärzt:innen einstellen.  

Unser Fazit 

Beschreiben die Charaktereigenschaften Einfühlungsvermögen, Geduld und Kreativität dich als Person und arbeitest du gerne mit Menschen – vor Allem mit Kindern – ist der Beruf des:der Logopäd:in eine gute Wahl für dich. Zudem werden folgende Bereiche abgedeckt: Die Kinder- und Jugendpsychiatrie bildet einen Teil, da hier meist die Ursachen für Sprachstörungen- und Sprachfehler liegen. Genauso ist die Linguistik ein Baustein der Logopädie. Sie umfasst die Grundlagen des Sprechens und der Funktionsweise der Sprache. Die Behandlung von Krankheiten und Krankheitsursachen, die Pathologie, bildet eine weitere Säule des medizinisch-pflegerischen Berufes.  

Über die Autorin

Laura Pollmann studiert Medien- und Kommunikationsmanagement und schreibt als freie Texterin für verschiedene Zeitungen und Blogs.


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