3. September 2021

Frag den Profi – Interview mit Facebook-Experte Tobias Schnitzler

Ein neues Interview unserer Reihe wartet auf dich: Frag den Profi!

In dieser Episode sprechen Joyce Regnier von Praxis-Profi und Tobias Schnitzler – Performance Advertiser und Marketing Experte – über die Möglichkeiten im Facebook Marketing für Praxisinhaber.

Wie kann Facebook deine Praxis erfolgreicher machen?

Schau dir hier das ganze Interview an, um alle Tipps und Tricks zu erfahren!

Wieso überhaupt Facebook-Werbeanzeigen?

Joyce: 

Hallo Zusammen! Hier sind wir wieder mit einem neuen Interview unserer Reihe #FragdenProfi. Heute habe ich mir Tobias Schnitzler dazu geholt. Wir wollen heute über das Thema Facebook-Marketing sprechen – vor allem bezogen auf Praxen in der Heilmittelbranche. Tobi stell dich doch gerne einmal vor. 

Tobias: 

Vielen Dank Joyce, hallo zusammen! Mein Name ist Tobias Schnitzler. Ich arbeite aktuell als Performance Advertiser, bin da in den verschiedensten Branchen unterwegs und einer der Schwerpunkte ist Facebook-Marketing. Das bedeutet also über Werbeanzeigen Kunden zu gewinnen und Joyce hat mich heute eingeladen, darüber zu sprechen und zu gucken, was man alles in der Heilmittelbranche machen kann, um diese noch mehr zu digitalisieren und deswegen freue ich mich, dass ich heute dabei sein darf. 

Joyce: 

Danke erstmal überhaupt, dass du die Zeit gefunden hast. Ich würde sagen, wir starten auch einfach direkt mit den Fragen. Zu Anfang, also unabhängig natürlich von der offensichtlichen Facebook-Präsenz, die man im Normalfall hat, auf der man sich als Unternehmen bzw. als Praxis darstellen kann, um seine Patienten zu updaten, seine Praxis natürlich einfach bekannter zu machen und auch mit dem Patienten in Kontakt zu bleiben, gibt es natürlich auch noch die Facebook-Werbeanzeigen, über die wir heute genauer sprechen wollen. 

Wieso denkst du denn überhaupt, dass es sinnvoll ist als Praxisinhaber mit Facebook-Werbeanzeigen zu werben? 

Tobias: 

Warum wäre es nicht sinnvoll? Also es ist ja so, egal ob wir jetzt über Heilmittel-Praxen sprechen oder über andere Branchen – es ist ja immer wichtig, dass man eine neue Kunden- bzw. neue Patientengenerierung hat. Jede Praxis möchte ja auch irgendwo weiterkommen, muss neue Patienten generieren. Ich war selber auch mal bei einem Physiotherapeuten, deswegen weiß ich, wie das abläuft. Irgendwann ist auch dieses Rezept abgelaufen, dann braucht man neue Patienten. Das Coole an Facebook oder allgemein im Online-Advertising ist natürlich wieder neue Menschen anzusprechen und das sehr einfach, ohne jetzt mördermäßig viel Zeit zu investieren. So wie ich meinen Physiotherapeuten damals kannte, das war alles total getaktet, er hat irgendwie sowieso nie Zeit gehabt und war abends immer noch seine Belege am ausfüllen und ähnliches. Da ist Facebook bestimmt ein cooles Portal, um einfach auch Menschen zu erreichen und neue Patienten zu gewinnen. 

Crashkurs: Facebook Business Manager

Joyce: 

Vielleicht so als Starter für die Leute, die wenig bis gar keine Ahnung haben: Könntest du uns einen kleinen Crashkurs geben und uns sagen, wie man überhaupt Werbeanzeigen auf Facebook schaltet bzw. wie das und der Facebook Business Manager funktioniert? Wo genau werden denn überhaupt die Anzeigen platziert bzw. ausgestrahlt? 

Tobias: 

Ich fange ganz hinten an. Ausgestrahlt: Jeder kennt das ja, man scrollt durch seinen Facebook-Feed durch und irgendwann sieht man dann eine Werbeanzeige, meistens fällt das dadurch auf, weil das Hochglanzfotos oder Hochglanzvideos sind und es steht oben links *Gesponsert* in der Ecke. Das sind so die klassischen Werbeanzeigen, die werden auf Facebook und auf Instagram ausgestrahlt und die Menschen, die die sehen, werden damit im Prinzip targetiert, also das heißt: Ich kann in Facebook auswählen, welche Menschen ich damit erreichen möchte und das mache ich über den sogenannten Werbeanzeigenmanager. Das ist also ein Tool von Facebook, das hat jeder, der ein Werbekonto eröffnet, Zugriff drauf und dort kann ich das Ganze dann einstellen. Da kann ich dann sagen, welches Ziel habe ich? Möchte ich einfach nur Interesse erwecken? Möchte ich Leute auf meine Webseite bringen? Oder möchte ich wirklich ganz konkret Anfragen für Produkte/ Dienstleistungen generieren? 

Danach stelle ich ein, welchen Typ Mensch möchte ich damit ansprechen? Es gibt verschiedene Arten, mal einfach erklärt: Wir alle haben ja Interessen. Bei z.B. der Heilmittelbranche oder Physiotherapeuten könnte es natürlich "Physiotherapie" sein, es könnte aber auch zum Beispiel "Rückenschmerzen" sein, das könnte vielleicht mit konkreten Produkten zusammenhängen. Die Menschen, die diese typischen Themen interessieren und so wird es letzten Endes targetiert, das heißt: So bestimmt Facebook, an welche Typen Mensch spiele ich die Werbeanzeige aus? Das kann natürlich auch schief gehen und das ist immer dann der Fall, wenn viele Kommentare kommen, die nicht so erwünscht sind.

Das kennen wir ja auch, das kann man aber letzten Endes vermeiden, wenn das Targeting wirklich sehr, sehr präzise ist. Der Vorteil gegenüber alten Medien, weil Werbung ist jetzt nichts neues, das haben wir in Magazinen gemacht, haben wir in Zeitungen gemacht, im Radio und Fernsehen: Wir können das wirklich on Point rüberbringen – das heißt, man kann die Zielgruppe richtig gut auch erreichen. Das ist ein Prozess, man muss das natürlich aufsetzen, muss es optimieren und sich ein bisschen damit beschäftigen. Aber ich sag immer – eigentlich ist es keine Rocket Science, also wir bauen hier keine Raketen, die wir ins Weltall schießen, sondern das hat einfach auch mit ein bisschen Technik Know-How, System und letzten Endes auch gesundem Menschenverstand zu tun. 

Der Business Manager kurz gesagt – das ist die Verwaltungsplattform, dadrin kann ich Mitarbeiter oder die Partneragentur einladen, die das dann übernimmt. Da kann ich alles mit steuern, das ist die Administrationsoberfläche und man muss sich vorstellen, der Business Manager ist das erste Stück und dieses Werbekonto liegt dann sozusagen für die Praxis dadrunter. So kann man es grob erklären. 

Joyce: 

Gibt es denn irgendwelche Dinge, worauf ich achten muss, wenn ich mit dem Facebook Business Manager arbeite oder gibt es da irgendwelche Voraussetzungen? 

Tobias:  

Jede Person kann immer nur zwei Business Manager eröffnen, also das ist limitiert. Ich komme gleich nochmal darauf zurück, was man dabei beachten muss, warum man gegebenenfalls einen weiteren bräuchte. Grundsätzlich muss natürlich einmal sinnvoll voreingestellt sein, also was Facebook nicht mag, das sind Fake-Accounts. Das haben wir alle ja mal irgendwie so vor zehn Jahren oder wann auch immer angefangen, dass wir Facebook Fake-Accounts hatten, jeder 3 Accounts.

Ich selber hatte einen privaten und ein Geschäftsprofil, weil ich das lieber trennen wollte. Das möchte Facebook aber nicht und deswegen ist es ganz wichtig, da natürlich auch richtige Angaben zur Person und zum Unternehmen zu machen und das richtig einzustellen.

In dem Business Manager gibt es dann verschiedene Möglichkeiten und Techniken. Ich kann das Ganze mit verschiedenen Programmen verbinden, wenn ich jetzt zum Beispiel Terminanfragen generieren möchte, dann kann ich natürlich eine Online-Terminvereinbarung machen. Das habe ich jetzt bei einigen Praxen auch schon gesehen, da kann man online im Prinzip direkt einen Termin auswählen. Es ist total einfach, ich finde das total genial heutzutage, weil ich muss halt nicht in der Telefonleitung sein, weil wenn die bei dem Patienten sind, dann gehen die oft nicht ran, wenn es jetzt keine große Praxis ist. Und kann ganz viele andere Sachen machen, ich glaube das würde den Rahmen jetzt sprengen.

Aber wichtig ist einfach, das ist eine Grundeinstellung, die ich mache und danach muss ich eigentlich nicht mehr viel tun, darüber steuere ich halt auch alles was Finanzen angeht – also ich hinterlege Zahlungsmittel, ich kann meine Rechnungen dort herunterladen für die Buchhaltung und weiteres. Das ist eigentlich grob, wofür der Business Manager da ist.  

Was muss ich beachten? Das bezieht sich dann eher auf die Werbeanzeigen. Facebook hat Spielregeln, so wie überall im Leben. Ich glaube, das hat im September/ Oktober letzten Jahres so richtig krass angefangen, dass Facebook brutal aussortiert, weil ganz viel Negativwerbung unterwegs war. Das lag natürlich auch an Corona, das lag aber auch an einfachen Advertisern. Also das heißt: Menschen, wo diese Hürde so schnell ist, dass man sagt: Hey, du kannst jetzt ganz schnell werben, ganz schnell einsteigen und die halten sich an keine Regeln. Das heißt, es wurden dabei Anzeigen ausgespielt, die nicht konform sind und die auch eher negativ als positiv sind. Das möchte Facebook nicht, weil Facebook will, dass wir alle eine coole Zeit haben, das Portal lebt ja davon, dass die Menschen da sind. Weil wenn die Menschen nicht da sind, kann auch keiner werben, verdient also auch kein Geld mehr und das ist ganz wichtig und das kann ich an dieser Stelle einfach mitgeben: Stichwort Facebook Policy! Also da sind die Spielregeln, sich die wirklich genau anzuschauen. Da gibt es mittlerweile auch von Facebook Kurse für, weil das entscheidet nachher darüber, wie positiv oder negativ dein Account gerankt wird und da kommen wir zu diesem Thema, was ich am Anfang gesagt habe: Zwei Business Manager.

Es kann sein, dass wenn du dich nicht richtig verhältst oder wenn du Sachen bewirbst, die nicht beworben werden dürfen, wenn du Menschen direkt ansprichst, etc. Da gibt es ganz viele verschiedene Möglichkeiten, dann kann es sein, dass Facebook sagt: "Oh oh, nee Joyce, das darfst du so nicht machen! Jetzt machen wir erstmal dein Werbekonto zu, um dir einen vor den Bug zu schießen." Es ist unglaublich aufwendig, dass dieses aufgemacht wird und das ist natürlich ärgerlich, weil wenn du dir vorstellst, du hast jetzt wirklich viele Stunden Arbeit da reingesteckt, du hast Erfolg, gewinnst Patienten darüber - dann ist es echt doof und das dauert, bis das wieder aufgemacht wird und das kann so weit führen, dass sie sagen: "Liebe Joyce, wir machen das nicht wieder auf. Du musst jetzt alles komplett neu machen." Das ist die Falle, in die die meisten Leute reintappen. Wenn ich irgendwas im Internet höre, lese oder auch Interessenten oder Kunden zu uns kommen, dann sagen die ja auch, wir haben schon mal das Werbekonto gesperrt gehabt, ich will das nicht mehr und das kann ich an der Stelle erst mal nur mitgeben Stichwort: Facebook Policy. Wirklich beachten – ganz, ganz, ganz wichtig! Aber an der Stelle: Ich will gar keinen Unmut und Schrecken verbreiten, das ist alles machbar, aber man muss sich wirklich einfach damit auseinandersetzen. Das ist ganz wichtig.

Wie erreiche ich meine Zielgruppe?

Joyce: 

Dann erstmal danke für den Tipp! Ich denke, da ist die Wichtigkeit davon auf jeden Fall deutlich geworden. Was du gerade auch in der Frage davor schon erwähnt hattest, dass man das Profil seiner Patienten kennen muss, um die richtige Zielgruppe für die Werbeanzeigen zu erreichen. Wie geht man denn da am besten vor und was genau gibt es denn für Einstellungen, die man vorher auswählen kann? Und hast du vielleicht auch einen speziellen Tipp oder gibt es bestimmte Zielgruppen-Einstellungen, die ein Praxisinhaber berücksichtigen sollte? 

Tobias: 

Hervorragende Frage! Also ich hatte ja am Anfang schon mal erwähnt, dass das Targeting ein Thema ist, was man auf jeden Fall berücksichtigen muss. Facebook ist allerdings so hoch intelligent und das muss man wirklich sagen, das denken viele nicht, dass Facebook allein durch das Foto oder Video, was du auswählst – das nennt man Creative bei uns – oder anhand von dem Text, das ist die Copy – also die Werbetexte, die ich sehe, dass Facebook daran ableiten kann, was für eine Person denn eigentlich dafür in Frage kommt. Das ist der Facebook-Algorithmus, das ist wie das Coca Cola Rezept, das bestgehütete Geheimnis auf diesem Planeten. Das wissen wahrscheinlich nur eine handvoll Leute, wie das genau funktioniert und das kann ich natürlich mit diesem Targeting ein wenig beeinflussen. Theoretisch gibt es Strategien oder nicht theoretisch, praktisch - habe ich auch schon gemacht, wo man auch gar kein Targeting einstellen muss, was auch funktioniert. Aber wenn man das einstellt, hat man den Vorteil, dass man natürlich so ein bisschen gerichteter in die Richtung geht. Also das heißt: Ich kann davon ausgehen, dass das Geld, was ich einsetze natürlich auch in der Zielgruppe, wo ich hin will, eingesetzt wird.  

Was gibt es für Möglichkeiten? Wie am Anfang gesagt, es gibt ein sogenanntes interessenbasiertes Targeting, das heißt Facebook kennt von vielen Leuten die Interessen. Wenn man mal wissen will, wie das funktioniert, kann ich den Tipp geben, bei Google mal "Facebook Werbepräferenzen" einzugeben. Da gibt's eine kleine Anleitung, da kann man mal in seinem Profil gucken und man wird erstaunt und erschreckt sein, was Facebook denkt, was du für Interessen hast. Also bei mir kommen da auch mal ganz viele lustige Sachen raus.

Anhand dieser Interessen guckt Facebook, ob das passt. Wo die Daten herkommen? Aus allen möglichen Richtungen, weiß man natürlich auch alles nicht. Wichtig ist, es ist da und das ist das, was das Portal auch so spannend macht, weil ich nämlich genau sagen kann zum Beispiel: Die Joyce ist jetzt beim Hausarzt gewesen und ich weiß der Hausarzt ist an diesem Standort und Facebook trackt das ja und ich kann sagen, ich möchte alle Menschen ansprechen, die in letzter Zeit an diesem Standort waren. Wenn man sich jetzt mal überlegt: Ich habe jetzt eine Physiotherapie-Praxis und ich habe irgendwie fünf Hausärzte drumherum. Dann würde ich zum Beispiel auf diese Hausärzte targetieren und die Menschen, die drumherum dann bei den Hausärzten waren. Warum? Weil wenn ich jetzt z.B. Rückenprobleme habe, so war es bei mir vor zwei Jahren, als ich beim Physiotherapeuten war, da war ich beim Hausarzt, der sagt dann: Okay, du musst zur Physiotherapie. Hier ein Rezept, das waren sieben Sitzungen. Meistens geben die ja noch eine Empfehlung mit, wo man hingehen kann, wenn man das nicht weiß. Dann geh ich aus der Praxis raus und wenn ich am Abend bei Facebook drin bin, wird dann die Werbeanzeige sozusagen eingeblendet. Das ist eine Möglichkeit, das nennt sich Geotargeting – also über den Ort.  

Auf der anderen Seite kann ich aber auch sagen, ich kann ein Interesse targetieren wie mit "Rückenschmerzen", weil als ich mich im Rücken verhoben habe, da hab ich als erstes Mal gegoogelt und wollte mir dann irgendwelche Anleitungen im Internet runterladen und Facebook kann auch über externe Dienstleister verstehen, was du zum Beispiel teilweise suchst und sobald dann bei mir steht "Rückenschmerzen", tauche ich auch in dieser Zielgruppe mit auf.   

Da gibt es ganz viele Möglichkeiten, wie mache ich das immer? Ich mache mir immer einen Zettel, mach mir eine Mindmap, schreibe mir eine Person auf. Ich gebe der Person einfach einen fiktiven Namen oder wen ich kenne, zum Beispiel Joyce und dann mach ich immer so Striche in der Mind Map und denke: Okay was hat Joyce, wenn sie zum Physiotherapeuten geht? Rückenschmerzen. Wo geht sie hin? Hausarzt. Wo informiert sie sich? Google. Gibt es sonst irgendwie vielleicht Gesundheits-, Fitness-, oder Sportmagazine, wo ich sie vielleicht ansprechen kann? Also da muss man sich einfach so ein bisschen Gedanken machen und deswegen habe ich ja am Anfang gesagt, das ist jetzt keine Raketenwissenschaft. Das ist einfach so ein bisschen gesunder Menschenverstand, dass ich verstehe, was hat diese Person und das ist dieses interessenbasierte Targeting. Damit fängt eigentlich alles an. 

Die zweite Möglichkeit ist eine so genannte Lookalike Audience. Was ist das? Vereinfacht gesagt: Ich habe jetzt zehn Leute, die haben Rückenschmerzen, die interessieren sich für Physiotherapie und waren zum Beispiel beim Hausarzt. Eine Lookalike – es heißt also look alike – sieht aus wie diese Person – erstellt eigentlich einen Klon davon, also sucht überall Menschen, die genau dieselben Themen haben wie diese Zielgruppe und das ist total genial, weil dadurch kann ich halt dann auch wieder Menschen ansprechen, die ähnlich gestrickt sind, wie die Menschen, die ich zum Beispiel schon als Patienten gewonnen habe. Und das macht es nachher so einfach, weil das ist noch ein kompletter, automatischer Prozess und wenn der einmal gut läuft, dann stelle ich es ein und muss in der Regel nicht mehr ganz so viel machen, habe aber den Vorteil, dass ich immer wieder Anfragen generiere und dann letzten Endes auch die Menschen zum Patienten machen und ihnen dabei helfen kann.  

Das sind so die beiden Kernmöglichkeiten, die es eigentlich gibt und ich sage mal in der Branche jetzt auch Sinn machen. 

Wie viel Budget muss ich investieren?

Joyce: 

Was natürlich auch eine wichtige Frage gerade jetzt für den Praxisinhaber ist, der jetzt zuhört: Wie sieht das ganze denn budgetmäßig aus? Wie viel müsste ich dann grob einplanen, damit ich Facebook Ads ausstrahlen kann?  

Tobias: 

Das ist immer die meistgestellte Frage, die ich ja auch mal am Telefon krieg. Meistens kommt aber: Was kann ich erwarten als Ergebnis?

Also es ist so: Facebook ist eine Maschine, die einfach nur mit einem gewissen Geld funktioniert. Das liegt daran, weil der Algorithmus natürlich Zugriff auf Millionen von Menschen hat und auch ein bisschen arbeiten muss, atmen muss - so nennen wir das, suchen muss. Ich denke, in dieser Branche, wenn man da mal mit 30 oder 50 Euro am Tag anfängt, kriegt man auf jeden Fall schon Ergebnisse. Jetzt mag der eine Praxisinhaber sagen: Was 30 oder 50 Euro am Tag? Ich habe ja nur eine Praxis und bin alleine und habe vielleicht nur einen Mitarbeiter.

Es geht ja darum, das nachher auch zu optimieren und bei uns geht es immer darum, dass wir Kosten in Relation zum Ergebnis setzen. Das bedeutet: Wir messen nachher immer, wie viel Geld müssen wir denn ausgeben, um jetzt einen Patienten zu haben? Dazu brauchen wir ein bisschen Zeit, also das geht jetzt nicht von heute auf morgen. Es dauert ein paar Wochen, vielleicht auch einen Monat - aber danach wird es richtig spannend. Dann kann nämlich der Praxisinhaber, der sich damit beschäftigt sagen: Okay, ich muss jetzt irgendwie 50 Euro ausgeben, um einen neuen Patienten zu gewinnen und da kann er sich ja in seiner Kalkulation überlegen, ok - passt das bei mir wirtschaftlich rein oder passt das nicht rein und das ist halt das Spannende und jetzt kann man sich natürlich sagen: Hey, jetzt könnte ich weiterdenken. Jetzt bin ich vielleicht alleine, bin vielleicht ein junger Typ, Existenzgründer oder sowas, oder ich bin vielleicht ein alter Hase und will noch mal richtig durchstarten. Jetzt stell ich neue Mitarbeiter ein und dann kann er die Mitarbeiter ja auch wieder mit neuen Patienten sozusagen versorgen und weiß aber ungefähr, was das so Pi mal Daumen kostet. Und das ist dann nachher eigentlich der Zauber, der dahinter ist.

Man spricht in neudeutsch von Skalierung oder Wachstum, das sieht man überall im Internet. Jeder, der irgendwie selbstständig, Geschäftsführer, Inhaber oder sich für Coachings oder ähnliches interessiert, der kriegt das ja immer eingeblendet. Aber das ist wirklich das, wie es in der Theorie oder Praxis funktioniert und das macht es nachher wirklich spannend. Der Weg dahin ist natürlich immer etwas holpriger, also ist nicht immer geradeaus. Wenn es so einfach wäre, würden es auch alle machen - aber es funktioniert. Und das will ich an der Stelle auch noch mal mitgeben: Wenn mich viele Leute auch fragen, auch gerade mit dem Budget und die Zahlen, dann heißt immer: Funktioniert das denn? Und ich sage mal so, das ist eigentlich die falsche Frage. Die Frage ist: Wie funktioniert das denn für mich oder wie können wir das hinkriegen? Weil das es funktioniert, zeigen Hunderte von Branchen, Millionen von Unternehmen auf der ganzen Welt, sonst wäre Facebook nie so Riesenkonzern geworden.

Wenn es nicht funktionieren würde, muss man halt nur den Weg finden. Man muss sich natürlich damit beschäftigen und das ist das Wichtige. Das heißt, die Praxisinhaber brauchen auf jeden Fall ein bisschen Zeit, also müssen sich freie Zeit freischaufeln, wie auch immer sie das machen. Und natürlich auch, wenn sie Patienten gewinnen, brauchen sie zwangsläufig noch deutlich mehr Mitarbeiter um diese zu versorgen.

Wunsch-Mitarbeiter?

Entdecke in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du dir dein "Dream Team" aufbauen kannst.

Das Beste daran: Die Umsetzung kostet dich nichts!

Recruiting und andere Möglichkeiten über Facebook Marketing

Joyce: 

Gerade wie du auch gesagt hast, die Mitarbeitersuche ist natürlich ein Riesenthema in der Heilmittelbranche. Es wird ja händeringend immer wieder nach neuen Mitarbeitern gesucht. Würdest du da auch Facebook Werbeanzeigen im Recruiting einsetzen? Und gibt es da irgendwelche Geheimtipps, um seine Stellenanzeigen noch erfolgreicher zu machen? 

Tobias: 

Ja, Ja und Ja – also auf jeden Fall. Wer die Mitarbeitersuche meines Erachtens heutzutage nicht über die sozialen Medien versucht, hat die Kontrolle über sein Personalrecruiting verloren. Nein, quatsch! Also es ist definitiv so, Stellenanzeigen in Magazinen sind halt einfach nicht mehr so wirkungsvoll. Ich kenne das aus dem Handwerk, da gibt es viele Unternehmen, die zahlen Provisionen an Mitarbeiter in Höhe von 2000-3000 Euro, wenn die neue Handwerker an den Start holen und das ist totaler Wahnsinn. 

Auf Facebook kriegst du auch neue Mitarbeiter und gerade in dem Bereich total einfach, weil das Coole ist, wenn ich jetzt Praxisinhaber bin, ich kenne ja meine Zielgruppe, ich weiß ja, wie ticken denn die Leute, was interessiert die denn und dann muss ich nur das technische umsetzen. Und wie funktioniert das? Das ist relativ einfach: Ich nehme mein Smartphone, ich nehme ein Video auf und erkläre, wer ich bin. Dann zeige ich meine Praxis, ich erzähle einmal kurz, was du davon hast, warum es spannend ist, dass wir einfach mal sprechen und das schiebe ich dann in eine Werbeanzeige und strahle das dann im Umkreis von 5-20 Kilometern aus an alle Leute, die sich zum Beispiel für Physiotherapie interessieren und lass das so laufen. Und da kann ich dir sagen, das funktioniert aktuell wie geschnitten Brot, also es geht total ab. 

Ich habe letztens für einen Bekannten, der das vielleicht sieht, der wird dann schmunzeln, eine Haushaltshilfe gesucht, weil er hat so viel zu tun, dass er kaum Zeit hat und er hatte mir erzählt, dass er mit befreundeten Unternehmern gesprochen hat und die haben auch gesagt, wir haben für eine Agentur teilweise 2000-3000 Euro ausgegeben, die das vermittelt haben. Und ich weiß, dass wir für 200-300 Euro Werbeanzeigen geschaltet haben und er hat ca. 15 Bewerbungen bekommen. Er hat nachher gesagt: Tobi, schalte das aus, weil ich komme gar nicht hinterher mit dem Telefonieren. Und ich weiß, dass er genau heute jemanden hat, der zum zweiten Mal Probearbeiten kommt. 

Soll also heißen, Personal- bzw. Mitarbeitergewinnung funktioniert und das funktioniert gut. Was braucht man dafür? Man muss einfach authentisch sein, weil die Mitarbeiter können sich überlegen letzten Endes, wo sie arbeiten, muss man einfach so sagen. Ich glaube, in der Branche gibt es ja genauso wie im Handwerk einen Mangel und man muss authentisch sein, man muss als Chef oder Chefin einfach cool drauf sein und ich glaube, diesen Weg gerade hier über das Smartphone zu gehen, das ist super einfach und viele stellen sich das irgendwie aufwendig vor. Aber ist es überhaupt nicht und jeder der das einmal gemacht hat, der wird das nie wieder aufgeben. Das ist so. Das habe ich seit zwei Jahren gemerkt und ich selber habe das auch schon 2018 angefangen für mich selber und das funktioniert sehr gut.  

Joyce: 

Also merken wir uns: Recruiting klappt sehr gut auf Facebook.

Gibt es denn noch irgendwelche anderen Angebote oder Aktionen, die gerade auf Facebook besonders gut ankommen oder auch das Gegenteil, die absolut fehl am Platz sind? 

Tobias: 

Gute Frage! Speziell für die Heilmittelbranche müsste ich jetzt wirklich mal tiefer überlegen. Es gibt natürlich immer Möglichkeiten oder Angebote, die die Reichweite der Praxis sozusagen erhöhen. Das heißt also, ein Praxisinhaber muss sich ja auch bekannt machen zwangsläufig und das kann er natürlich über Facebook über normale Postings, dass man einfach mal die Leute so ein bisschen mitnimmt am Tag, was passiert da in meiner Praxis? Was mache ich hier eigentlich? Weil das ist ja auch so ein Business wie bei einem Arzt, da will ich nicht zu irgendeinem gehen, sondern ich will den haben, der immer sympathisch ist, der auch Ahnung davon hat. 

Ich finde, Aktionen kann man eigentlich machen, dass man wirklich mal 2-3 Mal die Woche Postings macht oder eine Story, die Leute einfach mit auf die Reise nimmt, wie cool es ist Physiotherapeut oder Logopäde z.B. zu sein und die Menschen so ein bisschen mitzunehmen. Im eCommerce, also das heißt, wenn man Produkte verkauft, wird natürlich oft mit Gewinnspielen gearbeitet. Macht jetzt aber an der Stelle meines Erachtens keinen Sinn. 

Also ich denke, authentisch sein – das ist das, was total gut ankommt, weil wir leben ja in einer Welt, wo die Hürde sehr einfach ist, irgendwie nach draußen zu gehen, wo ich viele Menschen erreichen kann und wo auch viele Menschen sich verstellen. Man sieht das z.B. anhand Uhren, da haben dann viele nicht so wie ich eine Fitbit, sondern irgendwie eine fette Rolex und das ist total abgedroschen, das ist unauthentisch und das finde ich total fies. Einfach wirklich man selbst zu sein, finde ich total cool und das ist auch immer das, wo ich sage, das würde ich immer tun. Weil Menschen kaufen von Menschen und nicht von Unternehmen oder auch nicht von Rolex-Leuten, das ist einfach so oder man soll sich ja nicht davon blenden lassen. Genau, also das ist so das, was ich so sagen würde. Das ist cool, das kann ich mir vorstellen.  

Ansonsten Angebote und Aktionen: Als ich damals bei meinem Physiotherapeut vor zwei Jahren war, da weiß ich noch, das war alles total analog. Also ich habe wirklich einen Zettel vom Arzt bekommen, ich mein, ich bin ein hoch digitaler Typ seitdem ich sieben Jahre alt bin und dann wird da irgendwas eingetragen oder gestempelt, dann haben die mir einen Post It gegeben. Und ich meinte, okay ich trage das ins Handy ein. – Ne, ich gebe ihnen das noch mal mit, damit sie es nicht vergessen. – Ich glaube, ich vergesse das eher, wenn ich das nicht eintrage. 

Und ich glaube, dass die ganzen Praxisinhaber super viele Möglichkeiten haben, viel entspannter zu arbeiten, weil in super vielen Branchen ist es angekommen, jetzt unabhängig von Social Media, dass man irgendwie eine Terminvereinbarung online hat oder den Leuten die Termine schickt. Mittlerweile beim Zahnarzt ist es so, da krieg ich immer eine SMS geschickt und ich kriege am Tag vorher einen Reminder. Wie cool ist das denn? Ich hab mal gefragt, warum er das macht. Dann hat er gesagt, weil die Leute das oft vergessen und seitdem wir das machen, kommen eigentlich alle. Ich kann mir vorstellen, beim Physiotherapeut, der immer durch getaktet ist, für den ist es auch total blöd, wenn auf einmal am Tag jemand fehlt.

Also da gibt es super viele Möglichkeiten und da habe ich als ich mich mit euch beschäftigt habe gesehen, ihr habt ja auch super viele Lösungen schon auf der Homepage und ich glaube, wenn man sich da mal wirklich mit beschäftigt, das ist mega cool, weil als Selbstständiger kennen wir alle, wir haben alle keine Zeit. Zeit ist Geld. Und für die Leute ja sowieso, weil sie behandeln müssen und ich glaube, solche Lösungen machen denen das Leben echt einfacher. Man muss sich natürlich ein bisschen damit beschäftigen, aber ich glaube man wird dafür super gut belohnt. 

Vorteile von Facebook Marketing

Joyce:  

Vielen Dank für deine ganzen Tipps und dann komme ich eigentlich schon zu meiner abschließenden Frage, die das alles auch noch mal ein bisschen zusammenfasst: Wo siehst du die größten Vorteile beim Facebook Marketing?  

Tobias: 

Es ist, wenn man es verstanden hat, gut zu bedienen. Es ist auch gut zu planen und gut unterzubringen, die Ergebnisse sprechen weltweit für sich. Viele Menschen sagen immer, Facebook ist tot. Aber Facebook ist 2019 gewachsen, 2020 gewachsen, 2021 wird es auch wieder wachsen. Also die Menschen sind drauf und garantiert auch die Menschen, die man erreichen möchte und ich denke, es ist halt ein Portal, was auch zukunftsmäßig weiter wachsen wird, weil wenn man sich mal anschaut, wie viele Social Media Portale es eigentlich wirklich gibt oder gab. Das sind Sachen, die kennen wir ja in Deutschland gar nicht, weil die gar nicht angekommen sind und Facebook hat sich all die Jahre immer wieder durchgesetzt. Zu Facebook gehören Instagram und Whatsapp. Wenn man sich damit beschäftigt und da auch mit dabei ist, dann würde ich sagen, gehört man digital auf jeden Fall mit zu den Gewinnern. Und ich finde der größte Vorteil ist, ich kann Menschen erreichen, sehr einfach, sehr authentisch und auch zum total überschaubaren Preis und das macht es eigentlich total spannend.

Joyce: 

Dann vielen lieben Dank für das Interview, Tobi! Wie du siehst, ist Facebook Marketing ein sehr umfangreiches Thema und es gibt viele Möglichkeiten! Wenn du Fragen hast oder da einfach ein bisschen Unterstützung willst, kannst du uns gerne schreiben. 

Ansonsten freuen wir uns natürlich auch, wenn du uns bestimmte Themenwünsche für das nächste Interviewformat mitteilst.

Schon unseren Newsletter abonniert?


Klicke dazu einfach auf den Button


Das könnte dich auch interessieren:

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
>